Regelmäßige Pentests und der Return On Investment
In einer Welt, in der Daten zu den wertvollsten Ressourcen eines Unternehmens zählen, wird IT-Sicherheit zunehmend zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor. Datenlecks und Cyberangriffe sind längst keine Ausnahmen mehr und können mitunter schwerwiegende finanzielle, rechtliche und reputationsbezogene Konsequenzen nach sich ziehen. Ein gezieltes, proaktives Vorgehen ist daher unerlässlich.
Die wachsenden Kosten von Sicherheitsverletzungen
Laut IBM Data Breach Report 2024 bringen Datenlecks im Durchschnitt 4.9 Millionen $ kosten pro Vorfall mit sich. Besonders im Gesundheit Sektor, wo Patientendaten von höchster Sensibilität sind, liegt der Durchschnitt für einen Datenverlust bei rund 9 Millionen $. Doch auch andere Branchen spüren deutlich, wie wichtig ein umfassender Schutz sensibler Daten ist. Nicht zuletzt steigen die finanziellen Schäden kontinuierlich an, was die Dringlichkeit zur Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen unterstreicht.
Häufige Angriffsmuster und Schwachstellen
Phishing, Credential Theft (Diebstahl von Zugangsdaten) und Shadow Data (nicht sichtbare oder unbekannte Datenbestände) auch Shadow-IT genannt, gehören zu den häufigsten Sicherheitsproblemen. Die zunehmende Komplexität von IT-Landschaften, oft geplagt von unübersichtliche Systemarchitekturen, zahlreiche Drittanbieter-Services und Cloud-Provider, verschärft die Lage zusätzlich. Ein systematisches „trust but verify“-Prinzip ist hier unverzichtbar.
MTTI & MTTC: Die Zeit als kritischer Faktor
Wie schnell ein Unternehmen reagiert, ist entscheidend. Die Mean Time to Identify (MTTI) – also die Zeit, um überhaupt zu erkennen, dass man kompromittiert wurde – beträgt im Durchschnitt rund 200 Tage. Hinzu kommen etwa 70 Tage Mean Time to Contain (MTTC), um den entstandenen Schaden einzudämmen und das Problem zu beheben. In Summe vergehen also viele Monate, in denen Angreifer:innen unbemerkt Daten abziehen oder Systeme manipulieren können. Jede Maßnahme, die diese Zeiten verkürzt, senkt die Kosten und begrenzt den Schaden.
Prävention durch regelmäßige Pentests
Regelmäßige Pentests zählen zu den effektivsten Methoden, um Schwachstellen frühzeitig zu entdecken. Ein Pentest simuliert echte Angriffe und macht sichtbar, wo IT-Systeme angreifbar sind. Durch dieses proaktive Vorgehen lassen sich Schwachstellen schließen, bevor echte Angreifer:innen sie ausnutzen. Die Kosten für einen professionellen Pentest liegen üblicherweise zwischen 4.000 und 15.000 Euro. Das ist im Vergleich zum potenziellen Schaden eines Datenlecks (durchschnittlich rund 4,8 Millionen US-Dollar) eine überschaubare Investition.
Zusätzlich sollten die Pentest Teams gewechselt werden (Vendor Rotation), da ein Durchrotieren von verschiedenen Anbietern weitaus mehr abdeckt als nur ein Team.
Maßnahmen zur Kosten- und Risikoreduktion
Neben Pentests gibt es weitere Maßnahmen, um das Sicherheitsniveau zu steigern und Kosten langfristig zu senken:
- Awareness Training: Schulungen erhöhen das Erkennen von Phishing-Versuche und fördern sichere Umgangsweisen mit Passwörtern und Daten.
- Automatisierung und KI: Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und automatisierten Tools sowie SIEM-Services (Security Information and Event Management) beschleunigt die Erkennung von Schwachstellen und fehlenden Sicherheitspatches.
- Incident-Response-Planung (IR): Ein klarer Notfallplan sorgt dafür, dass im Ernstfall keine Zeit verschwendet wird und sofort gehandelt werden kann.
- Datenverschlüsselung: Verschlüsselte Informationen sind für Angreifer:innen schwerer verwertbar.
- Identity and Access Management (IAM): Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und Passkeys verhindern das einfache Stehlen von Zugangsdaten.
- Data Security Posture Management: Durch das Identifizieren, Klassifizieren und Sichern aller Daten – inklusive Schattenkopien und Back-ups – wird verhindert, dass Angreifer:innen auf ungesicherte „Datenreste“ zugreifen.
All diese Maßnahmen tragen zur Reduzierung von MTTI und MTTC bei, senken die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Angriffs und reduzieren die Folgekosten.
Der ROI von Pentests und Präventivmaßnahmen
Der Return on Investment lässt sich nicht nur in monetären Zahlen messen – Neben der direkten Kostenvermeidung wirken sich hohe Sicherheitsstandards auch auf das Markenimage, das Kundenvertrauen und die langfristige Geschäftsentwicklung positiv aus. Wenn Kund:innen und Geschäftspartner:innen sehen, dass ein Unternehmen seine Sicherheit ernst nimmt, steigt das Vertrauen – und damit auch die Bereitschaft zur langfristigen Zusammenarbeit.
Pentests sind ein zentraler Baustein. Der vergleichsweise geringe Aufwand steht in einem ausgezeichneten Verhältnis zum potenziell vermiedenen Schaden – finanziell, rechtlich und reputationsbezogen.
Proaktive Sicherheit statt reaktiver Schadensbegrenzung
Regelmäßige Pentests bieten einen klaren Mehrwert. Sie senken langfristig das Risiko eines erfolgreichen Angriffs und sind damit ein entscheidender Faktor für den ROI im Bereich IT-Sicherheit. Wer heute in Pentests und verwandte Maßnahmen investiert, spart morgen unter Umständen Millionenbeträge, schützt seine Reputation und stärkt das Vertrauen seiner Kund:innen und Partner:innen – eine Investition, die sich in jeder Hinsicht auszahlt.